Gems of New York. Aedes de Venustas

Der Tempel der Schönheit

Aedes de Venustas
Aedes de Venustas
16 JUL 2015
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Wenn man so durch das Greenwich Village läuft und in der Christopher Street eine unscheinbare kleine Tür bemerkt, eintritt und sich wie Alice im Wunderland (oder besser im Duftland) fühlt, dann ist man mit größter Wahrscheinlichkeit bei Aedes de Venustas gelandet, eines der verstecktesten aber bekanntesten Parfumläden New Yorks.

Zwischen ausgestopften Pfauen, Barockmöbeln, und großen Blumenbouquets, reihen sich in diesem Tempel der Schönheit (so der Name aus dem Lateinischen nämlich) Flaschen und Flakons mit den besten Düften die man überhaupt auf dem internationalen Markt finden kann.

Die Geschichte dieses kleinen Ladens ist so interessant und außergewöhnlich wie nur Geschichten in New York sein können. Gegründet in einem kleinen Kellerraum mit wenigen Mitteln im fernen 1995 haben Karl Bradl und sein Geschäftspartner Robert Gerstner zu allererst europäische Parfummarken vertreten. „In diesen Jahren waren die Amerikaner noch gar nicht so sehr an Parfüm interessiert, und wir waren mit Sicherheit eines der ersten Geschäfte mit einer so besonderen und vielfältigen Auswahl von Übersee„ erzählt Karl in einem persönlichen Interview.

Als self-made man, und ohne große Erfahrungen im Marketing, klingelte Bradl eines Tages bei Vogue, mit dem Ziel sein Geschäft und seine Parfüms vorzustellen. Ein kurzer Artikel bewirkte Wunder und eines Tages stand Naomi Campbell vor der Tür mit dem Auftrag die Weihnachtsgeschenke für alle Ihre Kollegen zu verpacken. Das war der Durchbruch und Aedes de Venustas wurde schnell eine beliebte Anlaufstelle für alle In-Leute New Yorks. Die natürliche Folge war eine eigene Parfümlinee, dessen Namen nur der des Geschäfts sein konnte.

Die runden, voluminösen und sinnlichen Flaschen beherbergen jede einen vollkommen individuellen Duft. In allen der fünf Versionen gibt der Zentralduft den Charakter an, wobei sich die anderen Nuancen in einem zweiten Moment wie langsame Wasserwellen auf der Haut entfalten. Alle Düfte beruhen auf einer Muse, meist eine Pflanze: Alte Rosenstöcke, Weihrauch der antiken Maya, Iris von den Bergen Nazareths... um nur einige zu nennen.

Die Bedeutsamkeit außergewöhnlicher Blumen erkennt man auch an der Schaufensterdekoration des Geschäftes und den besonderen Geschenkverpackungen die für jeden Kunden persönlich angefertigt werden. „Blumenkompositionen waren schon immer mein großes Hobby und da habe ich es einfach mit in mein Business eingebaut wobei es schnell nicht nur bei unseren individuell zugeschnittenen Präsentboxen blieb, sondern bis hin zu einem speziellen Service für Modeschauen, Festessen, Catering und anderen großen Events führte. Letztes Jahr hatte ich dann doch wirklich die Ehre die Blumendekoration für den offiziellen Empfang von Kate und William von London zu koordinieren und zu erstellen.“

Kein Wunder also das Aedes de Venustas in den letzten Jahren zu einer wirklichen Institution geworden ist. Ob in Person oder über das Internet, die Kunden kommen aus aller Welt und lassen sich von dem Zauber dieses kleinen versteckten Mikrokosmos regelrecht einhüllen.

Was viele noch nicht wissen ist das Karl Bradl mit dem Designer Carlos Quintero nach dem Sommer eine komplett neue Serie auf den Markt bringen wird. Nomenclature ist der Name und er beruht auf der Idee Design und Parfumchemie zu kombinieren und zu zelebrieren. Nach monatelanger Recherche und viel Arbeit haben die Beiden vier verschiedene Düften konzepiert: Adrett, Effloresce, Orb_ital und Iri_del, die auf vier der exklusivsten Duftmoleküle der Parfumindustrie beruhen und eine einzigartige Poesie aus Schönheit und Wissenschaft darstellen. Denn „ Parfüms sind Kunst, nicht einfach Kompositionen!“, sagt Quintero.

Das Design der Parfüms, von der Flasche bis hin zur Verpackung ist minimal und linear, und scheint direkt aus dem Chemielabor zu kommen. Ein großer Gegensatz zur Üppigkeit seines ‚Elternhauses’ , weder wollüstig noch bohemien, nicht farbenfroh und auch nicht mysteriös. Dennoch faszinierend, mitreißend und ein Beweis für die Unendlichkeit der Kreativität und Karl Bradl’s Liebe zu seiner Berufung die aus Aedes de Venustas einen versteckten Juwel New Yorks gemacht haben.

Für mehr Informationen:
Aedes de Venustas
9 Christopher Street
New York, NY 10014
http://www.aedes.com/