Candida Höfer

6 Apr — 27 Mai 2017 bei Galerie Rüdiger Schöttle in München, Deutschland

Candida Höfer, Elbphilharmonie Hamburg, Herzog & de Meuron Hamburg I 2016, 2016, c-print, 180 x 197.9 cm, Edition 2/6. Courtesy of Galerie Rüdiger Schöttle © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Candida Höfer, Elbphilharmonie Hamburg, Herzog & de Meuron Hamburg I 2016, 2016, c-print, 180 x 197.9 cm, Edition 2/6. Courtesy of Galerie Rüdiger Schöttle © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
13 MAI 2017

Erneut werden in der Galerie Rüdiger Schöttle Arbeiten aus den aktuellsten Werkzyklen von Candida Höfer, Thomas Ruff und Thomas Struth präsentiert. Anfang der 1980er Jahre studierten sie gemeinsam in der Klasse von Bernd und Hilla Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie und untersuchen noch heute unsere Kultur- und Lebensräume mit archivarischem Anspruch.

Bei Candida Höfer sind im letzten Jahr über 20 Arbeiten zur gerade eröffneten Hamburger Elbphilharmonie entstanden. Die Innenräume sind in gewohnter Manier aus der Zentralperspektive aufgenommen, aber auch Außenansichten und Details wie Fenster und die Empore sowie die Modelle der Architekten Herzog & de Meuron wurden von ihr beleuchtet. Darüber hinaus beschäftigt sich Candida Höfer auch vermehrt mit den nichtig erscheinenden Randphänomenen der Kulturstätten und überrascht mit kleinformatigen Detailaufnahmen. Sie stehen im Kontrast zu den so oft akkurat angeordneten Hauptschauplätzen.

In seiner neuen Press ++ Serie zeigt Thomas Ruff enorm vergrößerte Pressebilder, die er aus unterschiedlichen Pressearchiven erworben hat. Während er sich in den 1990er Jahren dem analogen Pressebild über Zeitungsfotos näherte, indem er diese mit ihrer schwarzen Körnung isoliert als Bild vergrößert darstellte und somit die Beziehung zum begleitenden Text aufhob, vereint Thomas Ruff in seiner neuen Press++ Serie das ursprüngliche Bilddokument mit den Anmerkungen der Bildredaktion und legt beides als gleichwertige Bestandteile übereinander. Bild, Schrift, Festlegung des Bildausschnittes und Retuschen sind vereint zu einem informativen Ganzen: Recto und Verso bilden einen gemeinsamen ästhetischen Wert.

Seit 2007 erweitert Thomas Struth fortlaufend den Technik-Zyklus. Dabei sucht er für die Öffentlichkeit meist verschlossene Räume von Wissenschaftlern und Forschern auf und konfrontiert uns mit der Welt von morgen. Eines dieser Werke trägt den zunächst kryptisch erscheinenden Titel „AGLAE, C2RMF, Paris 2013“. Darauf zu sehen ist eine antike Bronze, die von einem komplexen, verkabelten Gerät angesteuert wird. Kunstgeschichte und moderne Technik treffen hier aufeinander. Die Szenerie in der Restaurierungswerkstatt des Pariser Louvre spiegelt den technischen Fortschritt wider, in dem sich auch das Schöpferische in der Kunst immer wieder aufs Neue bewähren muss.

Ab dem 27. April richtet das Frankfurter Städel dieser ersten Generation der Düsseldorfer Becher-Klasse eine groß angelegte Ausstellung unter dem Titel „Fotografien werden Bilder“ aus. Candida Höfers Aufnahmen der Elbphilharmonie sind noch bis 1. Mai in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen. Eine Übersichtsausstellung zu Thomas Struths Werkgruppen wird Anfang Mai im Münchner Haus der Kunst eröffnet und die Whitechapel Gallery in London plant für Ende des Jahres eine Einzelausstellung mit Thomas Ruff.