Chronik eines Konklaves

Der Lateinamerikanische Papst

Papst Franziskus
Papst Franziskus
25 JUL 2014
von

Während ich für meine Ereignisvorhersage Azteka-Inka für eine Zeitschrift ermittelte, wurde der argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio als Papst Franziskus gewählt. Viele der Fachjournalisten gaben im Vatikan zwei andere südamerikanische Kardinäle als Favoriten an Odilo Scherer (Brasilien) und Oscar Andres Rodríguez Maradiaga (Honduras). Der Letztere war schon in der engeren Auswahl des Konklaves von 2005, in dem aber Benedikt XVI verkündet worden war. Die anderen Favoriten kamen aus Kontinenten, in denen die Katholiken eine Minderheit sind Asien und Afrika. Besonders fiel es mir ein, dass der neue Papst wieder Italiener sein könnte. Der letzte italienische Papst war Johannes Paulus I, gewählt in 1978.

Der Stein von Rosette der Maya-Inka, mit dem ich all diese Vorhersagen mache – meiner Meinung nach als Horoskop negativ betitelt, ist eine Mischung von astronomischen Informationen, die aus den wissenschaftlichen Kenntnissen des indianischen Altertums stammen. Bei der Prognose einer Vorhersage spielen die Daten der Lebensereignisse eine wichtige Rolle. In diesem Fall blieb für die Geschichte und auch für meine spätere Forschung das Datum des Konklaves (13.03.2013), in dem Kardinal Jorge Mario Bergoglio als Franziskus gewählt wurde, in Erinnerung. Die Nummer drei wiederholt sich drei Mal. Und wir stehen schon vor einem Phänomen, dass mehr mit der Heiligsten Dreifaltigkeit zu tun hat, als mit dem Zufall oder mit der wissenschaftlichen Forschung der Sternenkonstellationen. Ist es für die Lateinamerikaner in Europa von spezieller Bedeutung, dass der Papst in einem unserer Länder geboren worden ist? Ist es eine Auszeichnung unseres Glaubens, in dem alltäglichen Migrantenleben?

Nicht jede Frage hat eine einzige Antwort. Es könnte aber eventuell eine gemeinsame Antwort geben: Jorge Mario Bergoglio ist der aktuelle oberste Hirte aller Katholiken auf der Welt. Er wird in Amt bleiben, bis zum Tag seines Todes. Diese Tatsache hat aber auch eine noch tiefere Bedeutung für die “Latinos” in Europa. Wir sind Zeugen eines außerordentlichen historischen Ereignisses: Die Wahl eines nicht-europäischen Papstes in der Geschichte der Katholischen Kirche.

Und zwar gerade in 2013, vierzig Jahren nach der ersten massiven Zuwanderung der Lateinamerikaner nach Europa (Nachfolge des Militärputsches von Augusto Pinochet). Die Zeiten und die Ereignisse haben eine mathematische Zugehörigkeit, die sich gemäß der Laufbahn himmlischer Körper im kosmischen Raum widerspiegelt. Die Wahl des “Lateinamerikanischen Papstes” auf diesem Datum bedeutet den Anfang eines neuen Zyklus: Vielleicht der Aufbau einer neuen Identität. Die Einsam- und Hilflosigkeit der Lateinamerikanischen Migranten werden irgendwie durch die mystische Autorität des Papsttums gemildert.

Bergoglio hat viele Gegner, welche ihn beschuldigen, Jorge Rafael Videla, Chef der Ersten argentinischen Militärjunta, längere Zeit Menschenrechtsverletzungen vor der Öffentlichkeit verborgen zu haben. Vergessen wir nicht, dass der Klerus seine unsichtbare, politisch- diplomatische Formen und unsichtbare Diplomaten bewährt, um den Glauben für alle Christen aufrechterhalten zu können. Der Papst Bergoglio hat besonders in seiner Stadt Buenos Aires eine sehr starke Arbeit zugunsten der Ärmsten in Argentinien geleistet. Die Kirche hatte unermessliche Aufgaben in Lateinamerika während der Militärdiktaturen, die unsere Länder zwischen den 60er und 70er Jahren erlitten haben. Das war der Fall in Argentinien, Bolivien, Chile, Peru, Paraguay, Brasilien und Uruguay. Die Armut war eine Plage, die sich auf alle städtische Gebiete erstreckte. Die Auswirkung lies sich als Kriminalität und Hunger verwirklichen. Priester und Bischöfe kümmerten sich um die Sozialarbeit, welche die militärischen Regierungen nicht übernehmen wollten. Davon können wir mit Großbuchstaben viele Initiativen und Hilfsorganisationen erwähnen, zum Beispiel die Essensausgabe für Arme- “Tafel”- mit mehrere Mahlzeiten am Tag, das Gemeinschaftsessen in bestimmten Klöstern (zum Beispiel die Franziskaner) und die Verteilung von Kleidung. Alles Dank Schenkungen reicherer Industrieländer.

Die geistige Nahrung hatte große Wichtigkeit. Die Kirche übernahm die Aufgabe, die Opfer der Unterdrückung oder der Partisanentruppen zu trösten. Viele Priester wurden während ihrer Mission, zum Biespel in Honduras, El Salvador und Argentinien, ermordet. Das Erzbistum und die Pfarrkirchen gründeten Waisenhäuser und Übergangsunterkünfte für verwaiste und verfolgte Kinder. Zu dieser Generation gehören die Erzbischöfe und Kardinäle wie zum Biespel Bergoglio (Argentinien), Rodríguez Maradiaga (Honduras), Romero (El Salvador) und Landázuri (Peru). Sie alle haben sich für die Bedürftigsten durchgesetzt. Jedoch mussten sie sich gegen Partisanengruppen und Diktatoren verteidigen. Auch wenn das Konklave-Datum, in dem Papst Franziskus gewählt worden war, noch ein Geheimnis ist und sich durch keine numerische Zuordnung in meinem Rosette Stein Maya-Inka kennzeichnet, können wir ein blindes Vertrauen zum neuen Papst haben, dass er der Schutzengel aller Lateinamerikaner in der europäischen Migration sein wird.

Eine Woche später, als ich die Quellen der astronomischen Berechnungen überprüft habe, entdeckte ich manche neuartige Informationen. Erstaunlicherweise sind magnetisch geladene Teilchen, am selben Tag, 13. März ‒ jedoch in 1989, in die Erde infolge eines Sonnengewitters eingedrungen. Dieses Phänomen traf die nordischen Länder mit einem allgemeinen Stromausfall. Ganz unabhängig davon hat ein Blitz 27 Tage vor dem Konklave 2013 die Spitze des Petersdom im Vatikan getroffen. Dies löste mehr als ein Fragezeichen unter den Katholiken aus. In allen Daten bezüglich des Konklaves-2013 wiederholt sich die Nummer direkt oder die Ziffern sind durch diese Nummer teilbar.

Als ich dem Verleger den Inhalt meiner Kolumne Ereignisvorhersage Maya-Inka vorgelegt habe, deklassiert unter dem Titel “Horoskop”, fielen mir nochmals viele Fragen ohne Antworten auf. Mein Verleger merkte, dass das Thema mich wirklich beschäftigte. Wir unterhielten uns und einigten uns: Papst Franziskus ist Lateinamerikaner, fährt mit der Stadtbahn, trinkt Mate und ist Fußballfan von Club Atlético San Lorenzo.